Presseartikel Wellvita Messe

Immo-Messe 2019 in der Nürtinger Stadthalle

Bei der Immo-Messe in Nürtingen gab es kompetente Beratung rund um die Themen Bauen, Sanieren und Kaufen.

Der Traum von den eigenen vier Wänden lässt sich derzeit nur schwer realisieren. Bauland ist knapp, gebrauchte Immobilien teuer. Umso wichtiger ist es da, sich für das Kaufen oder Bauen die richtigen Fachleute an die Seite zu holen. Die Immo-Messe der Nürtinger Zeitung in der Stadthalle bot am Wochenende dazu die beste Gelegenheit.

NÜRTINGEN. Jedes Wochenende das gleiche Bild: Auf den Immobilienseiten der Tageszeitungen liest man mehr Anfragen und Kaufgesuche als Angebote. Egal ob Miete oder Kauf – der Markt gibt kaum etwas her. Und wenn, dann zu deutlich höheren Preisen als noch vor zehn Jahren. Alexander Volpp, Immobilienfachmann bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, hat auch nur wenig Hoffnung, dass sich daran bald etwas ändert. „Es wird zu wenig gebaut“, sagt er. Und das nicht erst seit ein oder zwei Jahren. Vielmehr ist die aktuelle Marktsituation das Ergebnis eines Jahrzehnts der Versäumnisse.

In Nürtingen ist das inzwischen ebenso deutlich spürbar wie in allen anderen Gemeinden im Stuttgarter „Speckgürtel“. „Rund 100 Wohnungen werden in Nürtingen im kommenden Jahr fehlen“, bringt es Nürtingens Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich bei der Eröffnung der Immo-Messe auf den Punkt. Dass Kommunen nun schon selbst Häuser bauen müssen, um Obdachlose unterbringen zu können, ist für das Stadtoberhaupt weit mehr als nur ein Alarmsignal. „Das Kind ist längst in den Brunnen gefallen“, sagt er. Die Kehrtwende wird kaum schnell gelingen. Die Hürden für Investoren im Bausektor sind zu hoch, sagen die Immobilienexperten der Immo-Messe unisono. Bauland ist knapp und teuer, die Auflagen vom Brandschutz bis hin zu Fahrradstellplätzen sind immens. „Das ist nicht gerade förderlich für den Wohnungsbau“, meint Volpp. Auch die langwierigen Verfahren zur Baulandumlegung seien ein Stellrad, an dem gedreht werden muss.

Beim derzeitigen Preisgefüge droht der Normalverdiener mit seinem Traum vom Haus auf der Strecke zu bleiben. Selbst für ein kleines Häuschen sind die Aufwendungen zwischenzeitlich beachtlich. „Unter einer halben Million geht gar nichts“, sagt Berater Klaus Eppinger. Selbst die günstige Zinslage berge Risiken, warnt er: „Die Zinsen werden nicht so niedrig bleiben. Das muss man bei der Entscheidung unbedingt mit einfließen lassen“, rät er dringend dazu, bei der Finanzierung eine Reserve übrig zu lassen.

„Die Zinsen werden nicht so niedrig bleiben.“

Berater Klaus Eppinger

Zwei Tage lang bot die Messe, die vom Verlag der Nürtinger Zeitung seit 2010 organisiert wird, Gelegenheit, sich für seine Immobilien-Träume die richtigen Experten an die Seite zu holen, wie Verlags-Geschäftsführer Markus Krichenbauer erklärte. Egal, ob Finanzierung, Makler oder Handwerker – unter den 28 Ausstellern fanden sich für alle Fragen rund ums Bauen, Kaufen und Sanieren die richtigen Ansprechpartner.

Erstmals dabei am Wochenende waren die Berater der Polizei, die in Sachen Einbruchssicherung viel Wissenswertes an die Besucher weitergaben. „Tür abschließen und Fenster schließen“, lautet Markus Müllers erster und essenzieller Rat. Denn ein gekipptes Fenster sei eine Einladung an die Einbrecher. Schon mit wenigen Mitteln könne man aber den Langfingern das Leben schwermachen. Zeitschaltuhren helfen dabei, das Haus oder die Wohnung belebt erscheinen zu lassen. Und um eine Terrassenschiebetür einfach zu sichern, reiche schon ein Holzbalken, der in die Laufschiene gelegt wird. Generell gibt der Fachmann dem mechanischen Schutz dem Vorrang vor der Elektronik: „Auf einer Überwachungskamera haben sie nachher vielleicht eine dunkel gekleidete Gestalt, was aber bei den Ermittlungen selten weiterhilft“, so seine Erfahrung. Zusätzlich konnten sich die Besucher im interessanten Vortragsprogramm über die unterschiedlichsten Themen informieren. Unter anderem referierte Thomas Kleiser, Klimaschutzmanager der Stadt Nürtingen, zum Programm „100 Solardächer für Nürtingen“, für das auch der Oberbürgermeister schon zur Eröffnung der Messe die Werbetrommel gerührt hatte.